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Das kleine süsse Mädchen ist heute sieben Wochen alt. Sie ist immer noch wahnsinnig entspannt, sehr lieb und ‚pflegeleicht‘, wie man so sagt. Auch wenn ich das Wort nicht mag. Sie ist sehr interessiert an ihrer Umwelt, wird immer neugieriger und kann schon ganz schön viel. Zum Beispiel nach meinem Finger schnappen. Gestern hat sie zum ersten Mal danach gegriffen, mich festgehalten und angelächelt. ❤

Ich bin also seit 7 Wochen Mutter. Aha. Ich finde es auch immer noch ganz toll. Aber am Wochenende hatte ich einen ziemlichen Durchhänger. Der Kerl war die erste komplette Woche wieder arbeiten, den ganzen Samstag unterwegs und ich? Ich hatte das Baby. Und die Wohnung. Und schlechtes Wetter, frühe Dunkelheit und dann einfach einen verdammt schlechten Tag. Ich habe mich selbst nur noch zu Hause gesehen, den ganzen Tag mit keinem Erwachsenen reden gehört und völlig isoliert vom Leben „da draußen“. Recht irrational das alles, aber wie ich so hörte, völlig normal. Wenn mir Samstag jemand einen Vollzeit-Arbeitsvertrag vorgelegt hätte, ich hätte sofort unterschrieben. Ich bin neidisch auf alle, die einfach so ins Büro fahren – Jacke an und los. Mit Kollegen reden, in Ruhe Kaffee trinken, Mittagspause, die Arbeit erledigen und bestenfalls zufrieden nach Hause fahren. Sogar Montags.

Auf einmal besteht mein Leben aber aus einem komplett fremdbestimmten Tagesablauf, der mir abverlangt, dass ich alle zu erledigenden Tätigkeiten schaffe, wenn das Baby schläft. Oder abends, wenn der Mann da ist. Was bedeutet, dass die Zeit zu Zweit sich auch dezimiert.

Diese Gesamtgemengelage machte mich einfach nicht froh. Also nahm ich mir eine Auszeit, ging mit den Mädels ein Bier trinken, kam selig mit dem Taxi nach Hause und schlief Sonntag aus. Und als mich dann das kleine süsse Mädchen anlächelte, war mir klar, dass ich nichts anderes möchte, als für sie da sein.

Aber ich muss auch ein wenig auf mich aufpassen. Das gestrige Gespräch mit meiner Gynäkologin bestätige mir zumindest, dass diese Gefühle normal sind, gerade für Frauen, die immer selbständig und unabhängig waren.
Ich habe mich natürlich vorher damit beschäftigt, wie das vielleicht sein wird, wenn ich Mutter bin, aber jede Überlegung dazu ist aus heutiger Sicht nahezu naiv. Man kann es sich nicht ausmalen.

Und jetzt sind ein paar Tage vergangen, ich habe viel nachgedacht, fühle mich sehr entspannt und zufrieden und denke, ich krieg das schon hin. Weil ich es will, aus tiefstem Herzen. Für meine Tochter.

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