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Seit neun Jahren feiere ich am 18. März meinen zweiten Geburtstag. Vor mehr als neun Jahren, irgendwann im Herbst 2004, entdeckte ich einen Knubbel unter dem rechten Ohrläppchen. Völlig unbedeutend. Sehr klein. Er wurde dann aber größer und größer und immer fester und unbeweglicher, so dass ich dann Anfang 2005 doch mal zum HNO-Arzt ging, um den Knubbel untersuchen zu lassen. Er diagnostizierte mir einen Tumor an der Parotis, der Ohrspeicheldrüse. Nachdem das Wort Tumor gefallen war, war der Rest des Gespräches nur noch ein Rauschen in meinem Ohr.

Ich bekam alsbald einen Termin im Krankenhaus und ihm Rahmen der weiteren Befunde und Vorgespräche stellte sich heraus, dass der Tumor bereits um den Gesichtsnerv herumgewachsen war, noch nicht vollständig, aber schon recht weit. Und ob er bös- oder gutartig ist, wird sich erst während der OP zeigen. Es standen also zwei Probleme im Raum: Ist das Ding gutartig und inwiefern wird der Gesichtsnerv in Mitleidenschaft gezogen? In einer knapp zweistündigen OP wurde mir das Teil rausoperiert – gutartig ergab die Schnellbiopsie und der Gesichtsnerv musste auch nicht durchtrennt werden.

Heute, neun Jahre später habe ich im rechten Ohr wenig Gefühl, so dass ich z.B. Ohrringe nur vor dem Spiegel reinbekomme, die rechte Wange ist mittig und unten entlang des Kiefers komplett taub und ebenso das Areal rund um den Schnitt am Hals. Aber die Narbe ist schön und blass geworden, ich hab das gut überstanden und die anfängliche Gesichtslähmung mitsamt hängendem Mundwinkel ist vollkommen weg.

Ich habe verdammtes Glück gehabt. Und feiere auch heute Geburtstag.

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