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Marsha schrieb schon vor ein paar Tagen über Freundschaften (sehr lesenswert). Über die Veränderungen bestehender Freundschaften und das Kennenlernen neuer Kontakte, die zu Freundschaften werden (können).

Manche Freundschaft scheitert daran, dass man sich diametral auseinander entwickelt und eigentlich schon lange nichts mehr gemeinsam unternimmt und (somit) keine gemeinsamen Gesprächsthemen findet. Es ist konsequent, dem Krampf irgendwann ein Ende zu setzen. Es ist einfach der Lauf der Dinge. Menschen entwickeln sich, im Laufe eines Lebens oft in unterschiedliche Richtungen. Und bloß, weil man „immer schon“ befreundet war, muss man das nicht für immer bleiben.

Schön ist es aber, wenn man es schafft, eingeschlafene Freundschaften zu beleben und sich neu anzunähern und kennenzulernen. Wenn es gelingt, an das, was mal war, wieder anzuknüpfen. Dann lohnt sich die ‚Mühe‘.

Und es kommen neue Menschen, mit ähnlichen Interessen, mit dem gleichen Humor, mit Kindern und/oder Katzen und mit viel Herz. Herzmenschen. Menschen für gut und vor allem für nicht so gut, mit Tatendrang und Power. Eigentlich ist es ja mit fortgeschrittenem Alter und immer knapper werdender Zeit nahezu unmöglich, neue Freundschaften zu pflegen. Aber offensichtlich muss man es nur wollen, dann geht es. Dann nimmt man sich Zeit. Für eine gemeinsame Tasse Kaffee, für eine Nachricht, für einen lieben Gruß, für das, was auch immer gerade ansteht. Ein Grillnachmittag, ein Mädchenabend, ein Konzertbesuch, ein Spielenachmittag der Kinder etc. Weil man es will. Und nicht, weil man sich verpflichtet fühlt. Dann passt auf einmal alles und man fragt sich, wo sind diese Menschen die ganze Zeit gewesen?

Ich habe mal gelesen, Freunde sind Gottes Entschuldigung für die Verwandtschaft. Entschuldigung angenommen!!

Aber es müssen nicht mal unbedingt Gleichgesinnte sein (z.B. andere Eltern), die das Leben bereichern. Ich finde es toll, den Horizont durch Kontakte aller Art zu erweitern und das möchte ich meinem Kind auch vorleben – neugierig auf Menschen zu bleiben. Vielleicht ist das, was sie bisher durch uns erlebt hat ein Grund dafür, dass sie noch keinen Tag gefremdelt hat. Kann sein, man weiß es nicht, sie findet Menschen halt einfach toll.

Nicht umsonst ist unsere Lieblingskneipe eine, in der es eher die Regel denn die Ausnahme ist, sich mit an einen halbvollen Tisch zu setzen. Man kommt ins Gespräch, trinkt ein Bierchen zusammen und unterhält sich über bislang völlig fremde Themen. Leider sind solche Abende für Eltern naturgemäß eher selten, umso mehr kann ich sie dann genießen. Ich sauge diese Menschen dann quasi auf wie ein Schwamm. Und merke grad, wie beängstigend dieser Satz klingt. 😉

Was ich mit diesen Zeilen sagen will: Nichts im Leben ist in Stein gemeißelt oder garantiert. Es ist nur wichtig, dass man bei sich bleibt und dabei den eigenen Weg geht. Und mit viel Glück gehen ein paar bezaubernde Freunde den Weg (ein Stück?) mit.

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