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Diesen Text habe ich ursprünglich im alten Blog im April 2010 veröffentlicht. Es ist viel passiert in der Zeit: Meine Mutter hat den Darmkrebs überstanden, mein Dad ist verstorben und mit der Dame, die er zur Witwe machte, habe ich Gott sei Dank keinen Kontakt mehr *highfive*.

Bei einem meiner letzten Besuche bei meiner Mutter im vergangenen Jahr stand sie auf einmal mit ihrer Schmuckkiste vor mir und sagte: „Hier, such Dir was aus. Das meiste trage ich eh nicht mehr und ich möchte Dir was davon schenken“.
Ich habe mir nach etwas Bedenkzeit eine Kette und ein Armband ausgesucht. Das Armband trage ich sehr häufig, weil es schlicht, aber sehr schön ist. Es ist ein Gliederarmband aus sehr schmalen Silberplatten und sieht schwer nach 70er-Jahre aus, aus denen es auch stammt und erinnert mich beim Tragen eben an sie. Meine Mutter sagte etwas süffisant: „Das hat mir Dein Vater mal geschenkt. Vor Deiner Geburt“.
Ich liebe dieses Armband, verbindet es mich irgendwie doch mit meinen Eltern, als sie noch Eltern waren und nicht Mama und Dad.
Vergangenen Samstag war ich auf einer Familienfeier, auf der auch mein Vater und seine Frau waren.
Sie trug das gleiche Armband…

Mein Vater ist also tatsächlich ein Mann, der zwei Frauen gleichzeitig vor 40 Jahren das gleiche Geschenk machte.
Ich hab mein Armband sofort ausgezogen und werde es nur noch tragen, wenn ich die beiden nicht sehe*.
*Ich trage es wieder und es verbindet mich nur der Gedanke an meine Mutter damit.

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