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Donnerstag Abend fing es an. Das Kind ist wie immer friedlich eingeschlafen, wir machten es uns auf der Couch gemütlich. Um 22.20 Uhr rief das Kind laut weinend nach Mama, reckte die Ärmchen hoch und um 22.21 Uhr waren Mama, Kind, Bett und Boden vollgekotzt. Um es kurz zu machen: Es dauerte weitere 2 Stunden und noch zweimal Bett beziehen, bis eine echte Nachtruhe einkehrte.

Der Morgen begann mit weiterem Übergeben beim Kind. Der Mann und ich waren in einer problematischen Situation: Wir haben ab Morgen Urlaub, ich hingegen bin seit 3 Wochen bis zum Jahresende zur Unterstützung eines Projekts abgeordnet und hatte den Tisch voll Arbeit. Ich gewann den ‚ich muss ins Büro‘-Battle, mein Mutterherz tobte und weinte. Im wahrsten Sinne. Ich weinte auf dem Weg ins Büro, weil ich nicht bei meinem kranken Kind bleiben konnte. Völlig unabhängig davon, wie unfassbar toll der Mann das alles meistert, einschließlich Arztbesuch und allem pipapo. Ich hasste alles an diesem Tag. Außer dem Käsekuchen, den der Chef spendierte.

Und weil ja immer alles zusammen kommt, musste ich Abends weg, bevor das Kind im Bett war. Freitagabend fand der erster Stammtisch der Kita-Mütter statt, den ich initiiert hatte. Der Mann schickte mir Mittags schon eine Nachricht, ich solle ja nicht darüber nachdenken, nicht hinzugehen, er hätte alles im Griff. ❤

Also ging ich Freitag aus, das nicht mehr kotzende Kind schlief schnell ein und wir waren gute Dinge für Samstag.

Bis ich um kurz vor 6 erwachte und die nächste Stunde auf der Toilette saß, mit dem Eimer in der Hand. Es haute mich derart aus den Schuhen, vor allem beim Kreislauf, dass ich nichts konnte ausser liegen und auf dem Klo hängen. Ich konnte das Kind nicht heben, ich war zu schwach zum Vorlesen,  konnte nicht trinken und essen.

Das Kind hatte auch Durchfall, den ganzen Tag, aber sie hat den ganzen Tag viel getrunken, im Gegensatz zu mir. Sie war recht gut drauf. Ich betete, dass der Mann verschont blieb. Leider hatte ich damit nur bis zum frühen Abend Erfolg. Der Mann hing auch auf der Schüssel, hielt sich aber tapfer.

Wir malten uns allerdings ein rechtes Horrorszenario aus, was wir machen, wenn  wir beide Sonntag nicht fit sind… Denn wer kommt freiwillig in einen virenverseuchten Haushalt?? Aber, wir haben Glück. Heute hat hier niemand mehr Durchfall, Mann und Kind sind putzmunter und ich kriege meinen Kreislauf auch wieder in den Griff. Den Haushalt lasse ich heute noch links liegen, das ist der Vorteil, dass wir morgen Urlaub haben.

Was mir auf jeden Fall wieder sehr klar geworden ist: Ich HASSE es, wenn ich nicht funktioniere, vor allem, wenn es dazu führt, dass ich mich nicht um mein Kind kümmern kann. Dabei habe ich noch Glück, dass ich diesen tollen Mann habe. Wie machen das nur Alleinerziehende???

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