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Ich wurde verschiedentlich gefragt, wie das denn so läuft mit der Therapie. Und was da genau gemacht wird.

Nach meinem Erstgespräch hatte ich nun bereits 4 Sitzungen. In den ersten beiden besprachen wir die 5 schlimmsten und die 5 schönsten Erinnerungen/Erlebnisse in meinem Leben. Das war sehr emotional, traurig und auch sehr schön. Es war für mich auch sehr hilfreich, nochmal darauf zu gucken, was ich alles schon gemeistert habe im Leben und dass ich darauf auch zurecht stolz sein kann. In der dritten Sitzung sollte ich zur Vorbereitung einen sicheren Ort imaginieren, an den ich mich mental zurückziehen kann sowie einen Tresor haben, in den ich Sachen packen kann, die ich nicht oder noch nicht bearbeiten möchte, die aber vielleicht an die Oberfläche kommen. Beides haben wir gemacht und dann ging es in der vierten Sitzung am Donnerstag ans Eingemachte. Meine Therapeutin behandelt mich im Rahmen einer Verhaltens- bzw. Traumatherapie mit EMDR. Diese Technik kannte ich zuvor nicht, aber sie hatte mir Material zum Lesen mitgegeben. Ich kann war sehr gespannt, ob das tatsächlich funktioniert und überhaupt was bringt. Ich war irgendwie skeptisch und hab zwischenzeitlich mir mein Problem wieder kleingeredet und hatte Angst vor der eigenen Courage.
Aber kneifen gilt nicht.

Und so ließ ich mich darauf ein. Die Therapeutin erklärte mir nochmal das Setting, wir sitzen versetzt gegenüber, sie bewegt ihre Finger vor meinen Augen und ich folge der Bewegung mit den Augen und „lasse einfach kommen“. Und es kam. Wir gingen zurück zur ersten traumatischen Erinnerung und gingen Schritt für Schritt dorthin und in die Tiefe. Es tauchten plötzlich längst verschüttete Bilder und Emotionen auf und überrollten mich. Aber nicht bedrohlich, Gott sei Dank. Es war einfach nur überwältigtend, was da zum Vorschein kam und – nun – mir wurde tatsächlich einiges klar. Die Phobie hat nicht primär was mit einem Zahnarzt zu tun.
Das habe ich mir, auch aufgrund langjähriger einschlägiger Therapieerfahrung schon gedacht, aber ohne EMDR wäre ich da so von alleine nie hingekommen.

Ich bin nun also gespannt, was da noch auf mich zukommt, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass ich das Problem gelöst bekomme.

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