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Eine Depression ist keine dunkle Phase, keine vorübergehende Traurigkeit, keine „doofe“ Phase. Sie ist eine existentielle Krankheit.

Ich habe meine Depressionen gemeistert. Hier möchte ich auflisten, was mir geholfen hat, in unterschiedlicher Gewichtung, die ich aber offen lasse, denn das ist ohnehin eine sehr individuelle Wahrnehmung.

Liebe/r Betroffene/r:

  1. Erkenne, dass es nicht nur eine traurige Phase ist.
  2. Merke und fühle, dass Du es nicht alleine aus der Situation schaffst.
  3. Fang an, Johanniskraut zu nehmen. Es dauert, bis es wirken kann.
  4. Höre hin, bei dem was andere sagen. Nicht abblocken bzw. wenigstens zuhören, das Gesagte sacken lassen. Sie lieben Dich und sorgen sich.
  5. Ziehe einen Arzt/den Hausarzt ins Vertrauen. Vielleicht für eine Medikamenteneinnahme, bis zum Beginn einer Therapie.
  6. Suche Rat und Hilfe, unbürokratisch geht das bei der Telefonseelsorge (0800/111 0 111), auch per Mail (https://ts-im-internet.de/) oder im Chat (https://chat.telefonseelsorge.org/index.php). Oder in einschlägigen Foren wie z.B. diskussionsforum-depression.de
  7. Bei der Suche nach einem Therapieplatz die Ärztekammer anrufen und nach frisch niedergelassenen Therapeuten fragen, die haben oft noch Plätze frei.
  8. Höre auf das eigene Bauchgefühl, das ist in der Situation noch am Verlässlichsten. Also was zum Beispiel das Tempo angeht und die „Einflussnahme“ von außen.
  9. Wenn es allerdings zu akut ist und das Leben in Gefahr ist, rufe jemand Vertrauten oder Fremden an (Telefonseelsorge zB) und begib Dich zur Ambulanz.
  10. An einem etwas besseren Tag schreib auf, was Dich „am Leben hält“. Häng den Zettel gut sichtbar hin.
  11. Gehe zu einer Selbsthilfegruppe.
  12. Offenbare Dich ein paar wenigen Menschen.
  13. Bestelle Dir eine Tageslichtlampe, wenn Du nicht schaffst, rauszugehen. Obwohl Bewegung auch wirklich gut tut.

Liebe Angehörige:

  1. Seid geduldig.
  2. Nehmt die betroffene Person Ernst.
  3. Holt Euch Hilfe und Rat (beim Arzt, in einer Selbsthilfegruppe etc).
  4. Haltet Euch mit allzu guten Ratschlägen zusammen: „Reiß Dich zusammen“ – ist das Gleiche wie „hör doch auf zu atmen.“
  5. Biete dem Betroffenen an, ihn zum Arzt zu begleiten.
  6. Liebt ihn unaufhörlich.

Das waren die Tipps, die mir so einfielen. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und nicht jeder Tipp ist für jeden in jeder Situation hilfreich. Aber vielleicht kannst Du Dir das ein oder andere rauspicken.

Wie sagte ich immer bei der Telefonseelsorge:

 „Ja, nehmen Sie sich das Leben.
Nehmen Sie sich Ihr Leben – in die Hand und ändern Sie es.
Leben Sie das Leben.“

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