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Kinder kommen ja selten auf andere Leute!! Das ist ein Standardspruch der nörgeligen Rentnerfraktion, aber eben genauso ist es schlicht und ergreifend die Wahrheit.
Und ich weiß noch, wie ich mich darauf freute, den Keks und ihren Charakter wirklich kennenzulernen, wie ich ihrem Spracherwerb entgegenfieberte, um den kleinen Menschen richtig kennenzulernen.

Heute weiß ich, dass der Keks ein interessanter Genmix seiner Eltern ist. Sie hat meine Morgenmuffeligkeit geerbert, meine absolute und unnachgiebige Sturheit, von uns beiden ihr soziales Verhalten, die beginnende Empathie (die sie zeigt, wenn sich zB ein anderes Kitakind verletzt), meine abgöttische Tierliebe, besonders zu Pferden, Eseln, Hunden und Katzen. usw. Da gibt es also viel wir in ihr und das macht sie eben zu unserem Keks. Erwähnte ich schon meine Sturheit?

Unser Keks war heute zur U7a angemeldet. Sie hat zu diesem Termin gestern bereits „keine Lust“ verkündet und heute morgen erneut, aber als die gewissenhaften Eltern, die wir nunmal sind, haben wir an unserem Vorhaben festgehalten. Um 8 Uhr trafen wir in der Arztpraxis ein, um 8.10 Uhr lag der Keks bereits motzend auf dem Boden und ließ sich weder durch Bestechung in Form von Gummibärchen noch durch Überredungsversuche beeindrucken. SIE WOLLTE NICHT! Sie wollte nicht messen, wiegen, sprechen, laufen, bauen, auffädeln oder sonst eine der lustigen Dinge machen, die der Arzt vorhatte. Leider wollte sie auch nicht in die Ohren und den Mund geguckt werden und die Reflexe überprüft haben oder den Bauch abgetastet schon gar nicht. SIE WOLLTE NICHT!

Ein Stein wäre kooperativer gewesen.

Und was macht dieser tolle Arzt? Er sagt, dass das total ok ist und dass sie nicht muss. Er würde sich lieber freuen, wenn sie beim nächsten Mal mitmacht. Er sagt ihr, dass er ihren Charakterkopf bewundert und ihre Ausdauer. Aber er sagt das so liebevoll, ohne sie zu labeln oder defizitär zu betrachten. Kein Wort über ein unkooperatives, dickköpfiges Trotzkind, sondern die Betrachtung des eigenen Willens. Er sagt ihr aber auch, dass er nun etwas in ihr U-Heft schreiben muss. Neben halbwegs stimmigen Körpermaßen schreibt er ihr noch eine Bemerkung rein:

Zur Zeit keine Lust…

Er ringt dem Keks das Versprechen ab, dass sie sich beim nächsten Mal untersuchen lässt, im April kommen wir also zu einem Checkup wieder und zu Weihnachten gibt es definitiv einen Arztkoffer!

 

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