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Bedürfnis- und bindungsorientiert ist ein echter Gewinn
Vorneweg eine mir wichtige Anmerkung: Ich bin ein Fan der beziehungs-, bedürfnis- und bindungsorientierten Erziehung. Ich glaube, unserer Kinder haben die Chance die erste von vielen Generationen zu sein, die nicht einfach nur funktionieren müssen und die um ihrer selbst Willen geliebt werden.

Bindungsorientiert bedeutet, sich gerade (aber natürlich nicht nur) in der Anfangszeit mit einem Säugling um genau dies zu bemühen: Eine sichere Bindung herzustellen. Gemeinsam mit einer bedürfnisorientierten Herangehensweise, zB. dem Stillen/Füttern nach Bedarf, der Befriedigung des Nähebedürfnisses zB. durch Tragen/Familienbett etc und dem Achten auf gesunde Umstände wie ausreichend Schlaf, frische Luft, keine Überreizung etc. legt man einen guten Grundstein für den Start ins Leben.

Der Akku läuft leer
Aber
. Wir alle wissen, wie anstrengend das ist. Wie sehr der Schlafmangel zehrt und wie schnell der Akku leerläuft. Wenn dann die Abstände zur Aufladung des Akkus nicht mehr reichen, dann gehen wir irgendwann auf dem berühmten Zahnfleisch.

Und ich finde es dann absolut legitim, sich selbst Pausen, Auszeiten und Freiräume zu gönnen, sie sich schlicht zu erlauben. Im Rahmen seiner individuellen Möglichkeiten darf es sein, dass Frau (um die geht es hauptsächlich) eine Pause vom Alltag hat. Je nachdem, wie groß der Bewegungsradius und die Unterstützung ist. Wichtig ist, dass man es einfach macht. Und zwar, ohne sich dabei selbst mit einem schlechten Gewissen zu geißeln. Es ist nur eine in Ruhe getrunkene Tasse Kaffee mit der Freundin, ein Telefonat statt Wäsche machen, ein heißes Bad oder vielleicht sogar ein Kino- oder Konzertbesuch. Es ist keine Weltreise, nur eine Pause und in den allermeisten Fällen ist die Mutter danach kraftvoller und entspannter. Was unmittelbar dem Kind zu Gute kommt und mittelbar die Zufriedenheit aller steigern kann.

Das Kind kann lernen, Grenzen zu erkennen und erfühlen
Dem Kind hilft es auf jeden Fall nicht, wenn Mama ständig unachtsam über ihre eigenen Grenzen geht, der Fokus nur auf den Bedürfnissen des Kindes liegt und sich selbst darüber komplett vergißt. Zum einen geht das auf Dauer nicht gut, zum anderen finde ich, dass man so auch einfach kein gutes Vorbild sein kann.
Nähe geht nicht ohne Distanz, Essen geht nicht ohne Hunger und Familie geht nicht, ohne das ALLE Bedürfnisse und Grenzen gesehen werden.

Ja, ich weiß, in der Theorie klingt das schon mal super und so, aber ich finde es sehr wichtig, es auch in der Praxis möglich zu machen.

Denn meistens ist es so, dass das Familien-Konstrukt zusammenbricht, wenn Mama zusammenbricht. Soweit darf es nicht kommen.

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