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Es ist schon alles geschrieben über das Thema, welches gerade die Gemüter bewegt und ich hatte bereits vollmundig auf Twitter verkündet, mir dazu einen Text verkniffen zu haben.

Das war aber, bevor ich gestern Abend Teil einer Twitter-Unterhaltung wurde, die sich um ganz konkrete Probleme und ein amtliches Unwohlsein drehte.

Lifestyle und Inszenierung
Ich versuche das mal für mich zu sortieren und stelle klar: Ich mag Lifestyle-Blogs, ich schaue mir gerne schöne Sachen an, liebevolle Dekorationen und cleane Wohnungen. Ich hab es selbst gerne aufgeräumt, sauber und ordentlich. Schaffe ich das immer zu meiner Zufriedenheit? Nein. Stört es mich? Manchmal. Ich kann mich von diesen Lifestyleblogs gut abgrenzen, quasi in dem Moment, wenn ich sie wegklicke. Manchmal klaue ich eine Dekoidee, aber das war es dann auch. Sie haben keine Auswirkungen auf mein Leben und mein Wohlbefinden, weil ich auch glaube, dass manches teilweise iszeniert ist und ganz sicher in Szene gesetzt. Es fängt mit Essenstellern an. Manche sind derartig professionell arrangiert, dass es sicher nicht der Teller ist, der später gegessen wird. Weil er kalt geworden ist. Aber – das Foto finde ich trotzdem hübsch. Ich esse gerne warm und wenn ich mein Essen fotografiere, dann gibts nen Schnappschuss und fertig.

Resümee und eigene Ressourcen
Ich weiß aber auch, dass es da draußen die ein oder andere Mutter/Hausfrau gibt, die das nicht so locker sieht. Nicht so locker sehen kann. Aus welchem Grund auch immer. Die sich gestresst fühlt und sich fragt: „WIE SCHAFFEN DIE DAS?“ Deren Tag hat doch auch nur 24 Stunden. Die Frage ist gut. Aber sie hilft nicht weiter. Was hilft ist ein Blick auf die eigenen Ressourcen. Die liegen im Schnitt bei 100%. Ziehen wir dann Kinderbetreuung, eine eventuelle eigene Krankheit, Termine, Verpflichtungen, kurze oder längere Ausnahmesituationen etc. ab, dann bleiben hintenraus nicht mehr viele Prozente am Tag übrig. Und da ist nun eben jeder anders. Manche legen die Priorität aufs Schlafen, auf Paarzeit, manche müssen Abends noch was arbeiten usw. Es gibt viele, ganz individuelle Gründe, warum es überall anders ist. Wer sich dann mit der eigenen Situation unwohl fühlt hat die Möglichkeit einer Bestandsaufnahme: Was will ich? Was kann ich realistisch gesehen dafür tun? Habe ich zurzeit überhaupt Kapazitäten? Fehlt es an Struktur? Wie kann ich die herstellen? Vor allem aber: Sind da noch Prozente übrig? Oder geht es eben grad einfach nicht. Und auch an dem Punkt weiß ich, dass man nicht einfach nen Akzeptanz-Haken dran machen kann. Weil sich das Unwohlsein nicht wegakzeptieren geht. Aber müssen tut man schon was. Nämlich eine aktive Entscheidung treffen: Aushalten oder ändern.

Im Übrigen fehlt mir hier in der Diskussion wie so oft bei diesen Themen der Mann als Teil der Familie. Aber das Fass mache ich ein anderes Mal auf.

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