Schlagwörter

, , , , ,

Vergangenen Sonntag waren wir zu einem Geburtstag eingeladen. Ein schöner Grillnachmittag, den wir dank Oma-Besuch entspannt ohne Keks aufsuchten. Vielleicht hatte ich deshalb Zeit, der Vielzahl anwesender Kinder nebst Eltern ein wenig meiner Aufmerksamkeit zu schenken.

Wie das so ist mit vielen Kindern im Raum: Einer heult immer. Entweder weil umgefallen/umgerannt, von der Couch auf den Kopf gepurzelt oder aus anderen Gründen. Bei den Kindern, die einen Zusammenstoß oder einen anderweitigen Unfall hatten, waren sofort Eltern zur Stelle, die beschwichtigtend auf ihre Kinder einwirkten: „Ist doch nichts passiert!“ „Das ist doch nicht schlimm.“ Und während ich diese Situationen beobachtete merkte ich wieder, wie falsch sich das für mich anfühlt.

Denn: Es war etwas passiert. Und es war für das Kind in dem Moment schlimm.

Ich fand traurig zu hören, wie den Kindern ihr gerade Erlebtes quasi abgesprochen wurde. Und ich hätte mir gewünscht zu hören: Oh, Du bist von der Couch auf den Kopf gefallen?! Hast Du Dich (nur) erschrocken? Soll ich mal pusten? Oder möchtest Du ein Küsschen? Irgendwie so etwas, was die Kinder in der Situation ernst nimmt und einfach spiegelt, was gerade passiert ist. Nämlich ein Sturz. Und nicht nichts. Es gibt sicher kleine oder größere Hysteriker unter den Kindern, aber ich glaube nicht, dass das schlimmer wird, wenn man nicht negiert, was sich gerade ereignet hat.

Und ich finde, die automatische Reaktion in solchen Fällen: Nach Mama/Papa rufen -> Trost abholen sehr normal und ich gehe dem beim Keks immer nach und dann sind meist auch schon nach 30 sec. die Tränen getrocknet.
Ich dramatisiere nicht, sondern sage nur mit meinen Worten, was passiert ist und der Keks entscheidet, wie der Trost aussieht: Pusten, kühlen, bepflastern. Fertig. Sie hatte den Trost, den sie in dem Moment brauchte.

Wie seht ihr das? Wie geht ihr mit den Stunts Eurer Kinder um?

Advertisements