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Ich versuche jetzt mal, mir mit diesem Beitrag etwas Luft zu verschaffen OHNE dabei jemandem auf die Füße zu treten. Naja, schauen wir mal, wie mir das gelingt.

Heute Morgen habe ich folgenden Tweet in meiner Timeline geteilt und mit dem Kommentar versehen, dass mich das zunehmende Bashing von Menschen/Männern nervt.

Ich kann es ehrlich gesagt nicht mehr lesen, wenn Frauen im Netz auf ihren Männern rumhacken, weil sie dieses oder jenes nicht tun, ihren Beitrag zur Care- und Hausarbeit nicht leisten und sich nicht genügend einbringen. Wir Frauen wollen emanzipiert sein, gleichberechtigt und gleichwürdig und bashen unsere Männer?!
Das passt für mich nicht zusammen.

Die Persönlichkeitsrechte wahren
Darüber hinaus stört mich ein wesentlicher Punkt noch viel mehr: Die Verletzung der Persönlichkeitsrechte dieser Männer, die vermutlich nicht mal wissen, welche Äußerungen da getätigt werden und die sich demzufolge nicht verteiden können.

Ja, es nervt sicher, wenn der Gatte nicht von alleine auf die Idee kommt, den Müll rauszubringen. Aber unter Erwachsenen kann man doch schlicht sagen: „Nimm bitte beim nächsten Mal den Müll mit raus“, weil man grad gesehen hat, dass der Eimer voll ist. Man kann aber auch selbst gehen. Aber natürlich kann man auch im Stillen schmollen und warten, bis der Mann es von selbst sieht, sich dann darüber aufregen, dass das aber auch viel zu lange dauert. Man kann aber auch Lack saufen.

Die Arbeit teilen
Als ich mit dem Gatten zusammenzog, habe ich die Organisation des Haushalts übernommen, weil ich das besser kann. Das ist bei uns unbestritten. Ich habe den Dingen ihren Platz zugeordnet (liebe Grüße an Esther) und halte ‚das Ganze‘ am Laufen. Aber wir teilen uns die Arbeit – und zwar nicht im Sinne von „er macht seinen Teil der Arbeit“ – sondern die Hausarbeit ist schlicht aufgeteilt. Der Gatte bringt sich ein, er macht genauso viel wie ich, nur eben andere Sachen. Ebenso geht er mit dem kranken Kind zum Arzt oder bleibt mit ihr zu Hause, ebenso wie ich.

Wäre dem nicht so, hätte ich jetzt mehrere Optionen: Still vor mich hinleiden und in mich reinwüten, gegen ihn sticheln und über ihn lästern, mit ihm Reden und Vereinbarungen treffen oder irgendwann sagen: So nicht. Keinen Schritt weiter, es geht zu meinen Lasten.

Menschen sind so
Männer sind nicht einfach so. Menschen sind einfach so, wie sie sind. Menschen wurden in eigenen Kosmen groß, mit individuellen Vor- und Rollenbildern. Jedem wurde auf unterschiedlichste Weise unterschiedlich viel Arbeit abgenommen und geholfen und wir wurden auf unterschiedlichen Wegen zur Eigenständigkeit erzogen.

Aber ob und wie wir uns entwickeln, wenn wir nicht mehr für uns alleine verantwortlich sind, ist schlicht eine Charakterfrage. Unabhängig vom Geschlecht. Meiner Meinung nach. (Danke, The Good Wife).

Ich möchte nicht mehr darüber lesen, welche Genies den Müll nicht runterbringen. Ich möchte darüber lesen, wie Paare es schaffen, solche Schwierigkeiten zu meistern, passende Vereinbarungen zu treffen und schlicht Gespräche zu führen.

Miteinander, nicht nur übereinander reden
Ich verstehe, dass manche – durchaus spontanen – Aussagen eine Ventilfunktion haben und das halte ich auch im Sinne von Psychohygiene für sehr wichtig. Und ob das im Gespräch mit der besten Freundin oder 500 Twitterfollowern passiert, ist für mich unwichtig, solange man sich jederzeit trauen würde, dem Mann diese Tweets zu zeigen. Das wäre mein Gradmesser. Wie würde ich mich denn auch umgekehrt fühlen?!

Nicht persönlich nehmen
Diesen Beitrag möchte ich gerne lediglich als meine Psychohygiene verstanden wissen, meine niemanden persönlich und hoffe, niemandem auf die Füße getreten zu sein. Ich habe nur meine Sicht der Dinge geschildert. Er ist sicher in manchen Aspekten zu kurz gesprungen, gerade beim Punkt „Feminismus“. Aber hey, wir können gerne in den Kommentaren weiter diskutieren. ❤

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