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Chrissy vom Sonnenshyn-Blog hat zu einer Blogparade über Tischmanieren bei Kindern aufgerufen. Ha, irgendwie mein Thema. Und bevor die Frist abläuft, reiche ich gerne noch meinen Beitrag ein (der in meinem Kopf schon länger fertig war).

Bevor gegessen werden kann, muss man erstmal Essbares besorgen. Und ich finde, dass man das nicht trennen kann, denn wie sagte schon mal jemand: „Du bist, was Du isst.“ Also ist uns nicht nur wichtig, wie wir essen, sondern was.

Wo kommt das Essen her?
Für uns ist gutes Essen wichtig, die Qualität muss stimmen und auch die Herkunft. Wir haben seit neuestem endlich (!) eine Biokiste, auf der unser Wochenplan fußt. Also das gesamte Gemüse der Woche wird geliefert, wir ergänzen durch einen Einkauf im Biosupermarkt, holen Milch von der Milchtankstelle, Eier vom Bauern und was dann noch übrig bleibt (zB Konserven) kommt vom Discounter. Fleisch und Wurst gibt es unter der Woche so gut wie gar nicht und das holen wir beim Metzger.
Mir ist es wichtig, beim Keks das Bewusstsein für die Herkunft und Herstellung ihrer Nahrung zu schärfen und sie mit Einzubeziehen. Sie hilft also auch ab und zu – wenn sie Lust hat – beim Schneiden und Vorbereiten des Essens. Auf Tischdecken hat sie keine Lust, da ich weiß, dass sie das in der Kita macht. Da hat jeder reihum Tischdienst.
Sie soll durchaus lernen, dass das Essen nicht von Zauberhand auf dem Tisch landet, sondern dass das zubereitet werden muss. Da der Gatte und ich beide gerne kochen, wünsche ich mir natürlich auch für den Keks, dass sie Gefallen am Kochen findet. Beim Backen hab ich sie schon im Sack. 😉 Und das hat nichts damit zu tun, dass sie ein Mädchen ist, sondern bestenfalls wird sie ein selbständiger Mensch, der sich leckeres Essen kochen kann, ohne Ma*ggi-Fix-Tüten und andere Geschmacksverstärker zu verwenden.

Wir machen es uns nett
Ich esse gerne in netter Atmosphäre, weshalb ich immer versuche, den Tisch nett zu decken. Da stehen Blumen, jeder bekommt eine Serviette, es wird eingedeckt, also Besteck hingelegt und Gläser hingestellt und wenn es schon dunkel ist, was ja im Herbst/Winter der Fall ist, dann machen wir Kerzen an. Das ist mir immer schon wichtig gewesen, das habe ich auch gemacht, als ich Single war. Die Atmosphäre am Tisch ist mir wichtig. Ich mag es nicht, wenn alles durcheinander steht und liegt und der Tisch bekramt ist.

Regeln am Tisch
Erstmal: Hände waschen. Besonders wichtig, wenn wir zB grad vom Stall kommen. Dann gehts los. Wir haben aus der Kita eine Idee übernommen, nämlich, dass wir das fertige Essen in Schüsseln anrichten und dem Keks nicht einfach den Teller vollmachen. So lernt sie, welche Portionsgrößen passend sind. Wir bitten sie, den Teller auch erstmal nicht so vollzuschaufeln, sondern sagen ihr, dass sie jederzeit solange nachnehmen kann, bis sie satt ist. Wenn doch mal zu viel auf dem Teller gelandet ist, dann muss der Keks nicht aufessen. Mir ist das gesunde Verhältnis zum Sättigungsgefühl am Wichtigsten.

Mir ist wichtig, dass beim Essen nicht rumgehampelt und geturnt wird. Also zum Beispiel gehören die Füße nicht auf den Tisch und die Ellbogen auch nicht. Ansonsten ist mir derzeit egal, ob der Keks mit den Händen oder Besteck isst. Ich weiß, dass sie das kann, sie muss das aber nicht zu Hause. Wie gesagt, zurzeit. Mit zunehmendem Alter werde ich das anders betrachten. Was nach meiner Meinung nach gar nicht geht ist schmatzen bzw. mit offenem Mund essen. Ich kenne leider Erwachsene, die so essen und DAS GEHT NICHT. Ist für mich indiskutabel.

Beim Essen darf der Keks zwischendurch oder wenn sie fertig ist aufstehen, aber sie soll mit ihren Anliegen warten, bis der Gatte und ich fertig gegessen haben. Ich möchte halt gerne in Ruhe aufessen und auch den Moment mit dem Gatten erleben. Wir tauschen uns ja auch zB beim Essen aus. Dringende Sachen wie Unterstützung auf der Toilette sind natürlich nicht gemeint. Aber das ist im Normalfall alles entspannt, weil der Keks auch gesellig ist und ne relativ lange Ausdauer am Tisch hat.

Beim Tisch ist der Fernseher aus. Das ist dann relevant, wenn er vorher an war, weil der Keks zB was geguckt hat, während das Essen gemacht wurde. Beim Essen ist er aus und zwar so lange, bis alle fertig gegessen haben. Sie will dann zwar schnell aufessen und weitergucken, aber meist essen wir noch, so dass sie warten muss.

Musik und Gespräche
Musik geht immer. Der Keks macht oft Kindermusik an, das finde ich ok. Und es wird natürlich gequatscht und der Tag besprochen oder wichtige Dinge. Alles hat da seinen Platz bei unseren Tischgesprächen. Wir fragen einander, wie der Tag war. Das ist mir besonders unter der Woche wichtig, denn da ist das Abendessen die einzige gemeinsame Mahlzeit des Tages.

Essen im Restaurant
Beim Essen wird nicht gespielt, zum Einen, weil kein Platz am Tisch ist, wenn da die Teller stehen und zum anderen, weil die Sachen sonst verschmutzen. Hier unterscheidet sich das zu Hause essen zB von einem Restaurantbesuch. Da bekommen die Kinder ja meist was zu malen gereicht, wir haben ein Kartenspiel dabei oder der Keks spielt ein paar Kinderapps auf meinem Telefon. Im Restaurant bin ich übrigens strenger, als zu Hause. Da wird nicht rumgelaufen oder gerufen/gebrüllt. Allerdings sitzen wir da auch nicht stundenlang und bis jetzt passte es eigentlich immer zur ‚Laune‘ vom Keks.

Ausnahmen
Wir haben auch schon mal ein Picknick auf dem Boden gemacht oder auf der Couch beim Fernsehen gegessen. Zurzeit bin ich aber auf eine Wiederholung nicht so scharf, weil der Keks dass dann jeden Abend machen möchte und wir da lange drüber reden müssen. Das machen wir vielleicht also erst später nochmal. Ich denke, das wird sich spontan ergeben. Weil ich das natürlich cool finde, aber es eben nen Ausnahmecharakter haben sollte.

Eltern als Vorbild
Ich bin mir bewusst, dass ich jetzt oft geschrieben habe: Mir ist wichtig… Das liegt daran, dass das mein Blog und mein Artikel ist, aber ich ziehe da mit dem Gatten an einem Strang und er findet das – mittlerweile – auch nicht mehr überflüssig, dass es Servietten beim Essen gibt. 😉 Wir haben uns da gut eingegrooved und legen beide Wert auf ein schönes Miteinander beim Essen. Deshalb essen der Gatte und ich auch mit Besteck und ohne Rumlümmeln und leben dem Keks einfach vor, wie man sich am Tisch „benimmt“. Ich möchte gerne, dass sie – vom Pommesbudenessen bis zum 5-Gänge-Menü – das Feld beherrscht. Es ist unser Job, sie darauf vorzubereiten.

Wie ist das bei Euch so? Wie handhabt ihr das?

 

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