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Inspiriert von meiner Unterhaltung mit Katha am Sonntag über ihre Lebens- und Haushaltsorganisation und angeregt von Steffens Konzept der Gleichwürdigkeit berichte ich mal, wie wir das hier so handhaben. Denn ich werde ja oft gefragt: „Ihr geht beide arbeiten?“ „Vollzeit?“ „Das ist ja krass. Und wie macht ihr das mit dem Kind? Und dem Haushalt und so weiter?“.

Spoiler: Mit guter Organisation. Und nicht ich, sondern eben wir.

Kind, Arbeiten und ein bisschen Haushalt
Ich habe meine Arbeitszeit so verteilt, dass ich den Keks an drei Tagen in der Woche (Montags, Mittwochs, Freitags) gegen 16 Uhr aus der Kita abhole. Wir verbringen dann den Rest des Tages miteinander und unternehmen entweder spontan etwas, wie zB einen Zoo-/Spielplatzbesuch oder haben vielleicht eine Verabredung zum Spielen oder sind, wie jetzt sehr oft im Sommer, einfach bei uns im Garten. Es kommt sehr sehr selten vor, dass ICH einen Termin habe, zu dem der Keks mich begleitet, z.B. ein Friseurbesuch. Ich versuche, zu vermeiden, dass wir an diesen Tagen etwas machen, was uns Zeit raubt oder vielleicht nicht zur Stimmung passt (einen Wutanfall beim Friseur möchte wohl keiner erleben). Wenn wir zu Hause sind, machen wir regelmäßig zusammen ein paar Kleinigkeiten wie Spülmaschine ausräumen, staubsaugen oder Essen vorbereiten. Oft spielen wir aber auch einfach nur.
Der Gatte ist in der glücklichen Situation, ebenfalls einen sehr geregelten Feierabend zu haben, so dass wir als Familie meist ab 17 Uhr zusammen sind. Er kümmert sich dann oft ums Abendessen, während ich mit dem Keks dusche oder Tisch decke etc. Dann essen wir gemeinsam, schauen das Sandmännchen und spielen noch eine gute Stunde mit dem Keks, bevor sie schlafen geht. So in der Art sehen drei unserer Abende in der Woche aus. Wenn keiner von uns einen Termin hat.

Wichtig ist, wirklich „da“ zu sein.
Mir ist wichtig, Zeit – mit dem Kopf und dem Herzen – für den Keks zu haben. Mir ist aber auch schon wichtig, dass sie ganz normalen Alltag erlebt. Hausarbeit muss halt gemacht werden und sie hilft mir – noch – auch sehr gern dabei.

Lange Tage und Terminplaner
Dienstags und Donnerstags arbeite ich länger, damit ich auf meine Wochenarbeitszeit komme, an einem Abend sogar so lang, dass der Mann den Keks alleine ins Bett bringt. Da das aber noch nie ein Problem war und meist sogar schneller und unkomplizierter klappt (also generell, wenn nur einer da ist), habe ich kein schlechtes Gewissen. Ich finde es nicht schlimm, dass der Keks weiß, dass ich manchmal eben nicht da bin, weil ich arbeiten bin, genauso, wie er manchmal weg ist, weil er was für den Verein erledigt, in dem wir beide tätig sind. Darüber hinaus ist jeder von uns noch in einem weiteren Verein aktiv, so dass wir ohne gute terminliche Absprachen tatsächlich wohl aufgeschmissen wären. Es hängt ein Familienplaner in der Küche, in dem alle Termine stehen, zusätzlich gehe ich keinen Meter ohne meinen Taschenkalender, so dass da in der Regel nichts schief geht. Jeder weiß, wer wann wo ist.

Zurück zu den langen Arbeitstagen. Dienstags und Donnerstags holt die Oma den Keks aus der Kita und der Mann fährt nach Feierabend einkaufen, macht Besorgungen und ist dann meist gegen 17.30 Uhr/18 Uhr zur Ablöse zu Hause. An einem dieser Tage bin ich zum Abendessen auch zu Hause oder spätestens zum Sandmännchen und bringe den Keks mit ins Bett und an einem Abend bin ich eben nicht da. Das funktioniert bis jetzt sehr gut, so dass wir daran im Moment nichts ändern.

Hausarbeit wird aufgeteilt
Hausarbeit wird bei uns entweder zusammen erledigt oder nach Vorlieben aufgeteilt und gemacht, wenn der Keks schläft, relativ zuverlässig ab 20.30 Uhr. Unter der Woche erledigen wir zum Beispiel dann das Aufräumen der Küche und anderer Räume zusammen, manches machen wir eben erst am Wochenende. So wische ich zum Beispiel gründlich, wenn der Mann und der Keks Samstagsmorgens die Runde zum Bäcker und zum Metzger drehen. Schon mal versucht zu putzen, wenn zwei Erwachsene, ein Kind und zwei Katzen rumturnen? Also trinke ich dann lieber keinen Kaffee in Ruhe, erledige aber wirklich effektiv die wichtigsten Dinge, bevor die Familie zurückkehrt. Andere Sachen wie Wäsche, Müll etc. laufen einfach nebenher. Ich mache manchmal morgens eine Maschine an und dann Nachmittags den Trockner oder der Gatte macht spätestens dann die Wäsche an, wenn er heimkommt, so dass sie fertig ist, wenn der Keks schläft. Fast immer bügle ich Sonntagsabend beim Tatort Hemden. Wie so echte Spießer eben.

Ohne Planung geht es nicht
Das klingt jetzt alles furchtbar theoretisch und irgendwie getaktet, aber darin liegt für mich auch das Geheimnis, warum wir jeder für sich unsere Termine wahrnehmen können, unseren Haushalt hinbekommen und Zeit für uns haben. Das ist natürlich den Arbeitsmodellen und der gemeinsamen Zeit unter der Woche geschuldet und der Tatsache, dass wir die Oma haben, die zweimal in der Woche den Keks abholt. Deshalb funktioniert das auch derzeit so gut. Was ist, wenn sich die eine oder andere Variable für uns verändert, wird sich dann zeigen. Aber das ist man ja als Eltern eh gewohnt: Flexibel bleiben.

Wichtig ist aber eben, dass BEIDE ihren Anteil leisten, ihren Verpflichtungen aber auch ihren Freiräumen und Vorlieben nachgehen können.

Zeit als Paar zu haben, das finde ich, darf auch nicht unterschätzt werden. Denn wenn man nur noch organisiert und arbeitet, dann hat man es zwar sauber und geregelt, aber viel Freude bleibt dann irgendwie auch nicht mehr.

Wir sind die „Aus-Gang“
Also versuchen wir auch regelmäßig auszugehen, was uns auch, dank der Omas gelingt. Und uns reicht es „schon“, wenn wir irgendwo eine Kleinigkeit essen gehen, dann in der Lieblingskneipe ein paar Bierchen trinken und zur Geisterstunde wieder daheim sind. Hauptsache, wir haben mal in Ruhe gequatscht, vielleicht sogar miteinander gelacht und eben Zeit miteinander gehabt. Ich bin dem Keks sehr sehr dankbar, dass sie sich an solchen Abenden so unkompliziert ins Bett bringen lässt, dass wir meist schon um 18 Uhr verschwinden können.

Also alles in allem dreht sich bei uns schon viel um Termine, Orga („Kannst Du das machen, soll ich?“) aber auch um Zeit miteinander, viel zu dritt und gelegentlich eben zu zweit.

Team
Der Mann und ich fühlen uns als Team und es ist für ihn selbstverständlich – wenn auch natürlich manchmal nervig 😉 – dass wir unsere Arbeit abends erledigen. Da es aber auch zu zweit viel schneller geht, haben wir dann auch zusammen Feierabend. Und da wir das beide zu schätzen wissen, ziehen wir eben an einem Strang. Das kann ich schon als gleichwürdig bezeichnen, zumal die anfallende Arbeit wirklich paritätisch verteilt ist. Wir haben dieses Teamgefühl und das ist schon eine große Motivation, wenn man mal Abends keine Lust auf Wäsche falten hat.

Ebenso kümmert sich der Mann genauso gut um unser Kind wie ich. Und er macht regelmäßig kleine Unternehmungen mit ihr alleine. Weil er es möchte und weil der Keks es liebt, mit dem Papa unterwegs zu sein. Mein Herz erfreut das sehr und ich weiß, was ich da für zwei Goldstücke in meinem Leben habe.  ❤

Und natürlich weiß ich auch, was für ein Glück das ist, dass der Keks derzeit *aufholzklopf* so kalkulierbar einschläft und wir haben auch eben nur ein Kind und sind zu zweit. Ich bin für all dies dankbar und nehme es nicht als selbstverständlich hin. Ich bin einfach froh, dass es bei uns alles so gut funktioniert.

Aber auch wir geraten dann an unsere Grenzen, wenn einer von uns zB krank wird, so wie ich vor 2 Wochen, als mich die Sommergrippe dahin raffte. Der andere muss dann mehr übernehmen und unterm Strich sind dann alle erschöpft, auch weil die Rekonvaleszenz mit Kind einfach viel länger dauert. Aber wenn dann alle wieder fit sind, geht’s munter weiter.

So läuft das bei uns. Wie macht ihr das denn so??

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